Rainer Gröschl, geb. 1954 in Flensburg, lebt und arbeitet in Kiel

Auszug aus der Rede von Dr. Uwe Haupenthal, Leiter des Richard-Haizmann Museums, Niebüll, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Kontrapunkte".

 

(Rainer) Gröschl definiert seine künstlerischen Arbeiten als eine Membrane zwischen den als solche noch immer erkennbaren Zeichen und der Setzung darüber hinausweisender, absolut gehandhabter grafischer bzw. malerischer Mittel. Es ist die Linie, die auf den ersten, unbedarften Blick einer nur wenig kontrollierten Setzung unterliegt, die vermeintlich oft nur mühsam eine Bindung an das Gesehene findet. Und es ist das Bedecken der Fläche mit Farbe, die das Abbildliche entweder verdeckt oder, je nach Lesart, freigibt. Sicherlich: Man erkennt immer wieder Baumstämme, gar ein einfaches Haus, stilisierte Köpfe, Gläser oder andere Objekte. Mag der Bezug zu einem generativen Begriff wie Natur auch nahe liegen. Konventionale Vorstellungen von Landschaft oder von Figur werden zumeist entweder gänzlich ausgespart oder aber sie treten deutlich in den Hintergrund. Was hingegen zählt, ist das letztendlich offen gehaltene Feld an bildnerischen Möglichkeiten. Das aber kann immer wieder eigenartig wirkende Blüten treiben. Sei es, dass es einen mäandernden Linienverband erzeugt oder aber als eine sich verdichtende Häufung von Punkten. Sei es, dass farbig individuelle Gitterstrukturen vorgehalten werden, von denen bei aller vermeintlichen Nachlässigkeit und Unbeholfenheit, eine besondere Kraft und Intensität ausgeht und das Zufällige wie das eher Belanglose unversehens eine vorab unkalkulierte Präsenz generiert. Gerade darin findet sich aber die besondere Nähe zu der vom Betrachter erfahrenen Wirklichkeit

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